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Regenerative Bio-Aromenküche

Voraussetzungen sattvischer Nahrungsqualität

Die Herkunft ist ebenfalls entscheidend für die Qualitäten eines Nahrungsmittels. Gemüse aus biologischem Anbau schmeckt meist deutlich intensiver als die Varianten aus den holländischen Treibhäusern, die gar keine Zeit haben auszureifen und daher schon rajasisch wirken, obwohl sie eigentlich von Natur aus sattvisch wären, wie zum Beispiel Salat. Wir sollten auch darauf achten, dass unser Essen genügend Nährstoffe enthält. So verfügt das lieblos gezüchtete Massengemüse, welches oft auf ausgelaugten oder überdüngten, fast schon giftigen Böden wächst, über deutlich weniger Nährstoffe als das Gemüse aus Demeter-Anbau. Sie sind zwar deutlich günstiger, aber vom physiologischen Standpunkt gelten nur Nahrungsmittel mit einem hohen Anteil leicht verfügbarer Nährstoffe als sattvisch, vor allem bezüglich der Nährung des Gehirns.Andersherum gesagt können die geistigen Fähigkeiten durch einen chronischen Mangel an Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen stark leiden und zu Gereiztheit bis hin zur Verwirrung führen. Die Investition in gutes Essen lohnt sich also allemal. Uns sollten auch die Herstellungsverfahren von eigentlich sattvischen Lebensmitteln bekannt sein.

Aber Vorsicht, nicht immer ist der sattvische Honig so wertvoll wie angekündigt. Wir müssen wissen, welche Pflanzen die Bienen besucht haben. Blütenhonig von Wiesen mit unzähligen Kräutern, die es zum Beispiel in Naturschutzgebieten in Europa noch gibt, ist deutlich wirksamer als der Honig bei dem die Bienen vom Imker nur Zuckerwasser erhalten. Und was nützt es, wenn die wertvollen Inhaltsstoffe in Honig oder Milch durch Erhitzung für die Haltbarmachung vernichtet werden.

Die Frische eines Lebensmittels ist ein weiterer wichtiger Aspekt von Sattva. Verwelktes Gemüse oder angefaultes Obst, das sich bereits im Zustand des Abbaus befindet, kann dem Geist auch nur die Nachricht „ ich sterbe jetzt ab“ geben. Mag sein, dass die Nährstoffe noch mehr oder weniger aktiv sind, aber vergessen wir nicht die subtilen Informationen, die unser feinstofflicher Körper dadurch erhält. Zur sattvischen Ernährung gehört es außerdem, Gemüse und Getreide gekocht und warm einzunehmen. Wie der Ausspruch „mir wird warm ums Herz“ mit wohligen Gefühlen verbunden ist, stimuliert ein warmes Mahl das Herz-Energiezentrum (-Chakra) und über die Thymusdrüse unser Gemüt. Warmer Brei, Pudding oder Suppe streicheln nicht nur zur Winterzeit unsere Seele. Der Brei am Morgen, eine warme Hauptmahlzeit zum Mittag und die Suppe am Abend verschaffen dem Körper Gefühle der inneren Geborgenheit.

Vor allem Depressive profitieren von wärmender Nahrung. Sie harmonisiert das Vata*, welches bei psychischen Erkrankungen meist erhöht ist. „Menschen, die derartig mit „geistig Unverdautem (Ama)“ belastet sind, können mit der sattvischen Ernährung wieder in Kontakt mit sich selbst kommen und sich von ihren Ängsten, Aggressionen und negativen Emotionen befreien. Sie erfahren neue Lebendigkeit und Klarheit, die ihnen mit Hilfe therapeutischer Anleitung die Kraft geben kann, alte Persönlichkeitsstrukturen abzulegen und neue Verhaltensformen in das eigene Selbstbild und Leben zu integrieren.“ (aus einem Artikel von Kerstin Rosenberg) Ungekochte Speisen, wie Rohkost oder Erkaltetes (Brot oder Kuchen) eine wahre Herausforderung für das Verdauungssystem und nur für Menschen mit starker Verdauungskraft zuträglich. Schwerverdauliches Essen kann bei einem schwachen Verdauungsfeuer (Agni) sogar Tamas erhöhen, weil der Körper dem Geist die Energien für die Verdauung abzieht. Das gilt auch für altes, kaltes abgestandenes Essen oder solches, das bereits mehrfach aufgewärmt wurde. Tiefkühlkost gilt im Ayurveda energetisch bereits als erfroren, während allerdings der Vitamingehalt bei Gemüse manchmal höher liegt als bei herkömmlichem. Vielleicht kann der Kälteschock durch liebevolle Zubereitung und erhitzende Gewürze ausgeglichen werden. Frisches Gemüse ist zwar besser, doch in Ausnahmefällen bringt tiefgekühltes einen auch nicht um.

Wer mehr isst als der Körper braucht oder verdauen kann, wandelt die Wirkung von sattvischem Essen in pures Tamas um. Dahinter steckt die Gier, vielleicht das unbefriedigte kleine Kind in uns, das niemals genug bekommt. Sattvisch ist es, die biodynamischen Gegebenheiten des menschlichen Körpers zu respektieren und morgens und abends wenig und leicht zu essen, da das Verdauungssystem ruht. Fehlt der Hunger oder ist das Vorangegangene noch nicht verdaut, wäre es ignorant und somit tamasisch zu essen. Auch die Art der Nahrungsaufnahme spielt für Geist und Seele eine wichtige Rolle. Besonders wichtig ist die in welchem Ort wir uns die Nahrung aufnehmen. Licht, Gestaltung, Pflanzen, Musik sind wichtige Elemente.

Hektik und laute Geräusche stören nur den heiligen Akt der Nahrungsaufnahme. Daher ist es in Restaurants oft zu unruhig, abgesehen von der fraglichen Herkunft der Lebensmittel.

Unsere Lebensweise ist ebenso entscheidend wie unsere Nahrung. Schwierige Lebensumstände lassen sich durch sattvisches Essen erleichtern. Leben wir zum Beispiel in einer hektischen Großstadt oder haben wir einen stressigen Job, ist es um so wichtiger, sich die guten Gefühle über sattvisches Essen zu holen und eine sattvische Denkweise zu entwickeln.

Nicht immer ist das, was schön aussieht und lecker ist, auch nachhaltig gut für unsere Seele. Werden wir aufmerksamer für das, was unser Herz und unsere Seele wirklich berührt.

Frauenmantel: Eine unserer 180 Heilpflanzen die wir anbauen

 

Eine der häufigsten Anwendungen von Frauenmantel ist gewiss die als Frauenheilkraut. Dabei ist darauf zu achten, welchen konkreten Zweck die Einnahme erfüllen soll. Je nach Beschwerde gelten nämlich unterschiedliche Richtlinien für die jeweiligen Anwendungszeiträume, die im Folgenden näher erläutert werden.
Natürliche Arzneien mit Alchemilla-Wirkstoffen dürfen in keiner naturheilkundlichen Hausapotheke fehlen. (Bild: behewa/fotolia.com)

Frauenmanteltee bei Kinderwunsch

Geben Sie hierfür einen Teelöffle (1 TL) der Teekräuter in eine Tasse kochendes Wasser und lassen sie das Ganze etwa zehn Minuten ziehen, bevor Sie den Tee in kleinen Schlucken trinken. Da Progesteron seine Wirkung im weiblichen Körper erst nach dem Eisprung entfaltet, sollte ein Kinderwunschtee aus Frauenmantel erst in der 2. Zyklushälfte getrunken werden. Menstruationsbeschwerden wie Regelschmerzen oder spannende Brüste, die als Frauenleiden unmittelbar vor oder während der Regelblutung auftreten, lassen sich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls mit einem Tee aus Frauenmantelkraut behandeln.

Wichtig: Nach der zweiten Zyklushälfte ist der Frauenmanteltee dann bis zum nächsten Eisprung auszusetzen. Der Progesteronspiegel muss jetzt auf natürlichem Wege absinken, damit das körpereigene Östrogen erneut mit der Produktion von Eizellen beginnen kann. Nur ein harmonisches Wechselspiel der beiden weiblichen Hormone überführt das Zyklusgeschehen langfristig in einen gesunden Rhythmus!

Frauenmanteltee während der Schwangerschaft

Zur Reduzierung von Abgängen und Fehlgeburten in der Frühschwangerschaft werden täglich zwei Tassen des Frauenmanteltees getrunken. Hebammen empfehlen, den Tee hier nicht länger als 12 Wochen am Stück einzunehmen. Zur Geburtsvorbereitung, Stimulation der Milchbildung oder um die Rückbildung von Geburtswunden in der Gebärmutter zu unterstützen, sind ebenfalls zwei Tassen Frauenmanteltee pro Tag empfohlen. Hier liegt die maximale Anwendungsdauer bei drei bis vier Monaten.

Frauenmanteltee in der Menopause

Auch während der Menopause gibt es gewisse Anwendungskriterien zu beachten. Es kommt hier abermals auf ein ausgeglichenes Wechselspiel von Östrogen und Progesteron an, weshalb man sich trotz langsam versiegender Fruchtbarkeit weiterhin am Menstruationszyklus orientieren sollte. Dies bedeutet: Frauenmantel nur in der (gedachten) 2. Zyklushälfte einnehmen und danach für etwa 2 Wochen aussetzen, um den körpereigenen Rhythmus nicht aus der Bahn zu werfen.

Magenbitter mit Frauenmantel bei Verdauungsbeschwerden

Um die Bitterstoffe von Alchemilla optimal zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden zu nutzen, empfehlen wir, das Kraut mit anderen Verdauungskräutern zu einem Magenbitter zu kombinieren.

Aus dem Frauenmantel lässt sich ein wirkungsvoller Magenbitter gegen Verdauungsbeschwerden herstellen.

Frauenmantel wurde früher zur Wundbehandlung eingesetzt

Was die innere und äußere Wundbehandlung anbelangt, so existiert eine Originalempfehlung des deutschen Arztes Otto Brunfels, die wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten möchten: „Getrunken auf 3 oder 4 Lot oder ein Decoction (Abkochung) davon gesotten samt anderen Wundkräutern heilet alle inwendigen Wunden und Rupturen, das seind Brüch. Nimm Frauenmantel, Sanikel und heidnisch Wundkraut (Goldrute), jedes eine gute Hand voll, siede es in Regenwasser (heute wahlweise Leitungswasser). Darnach nimm der langen Regenwürm und zerstoße die und drucke die Feuchtigkeit durch ein Tuch und mische die unter das gesotten Wasser. Diese Arznei also getrunken, stillet alle inwendigen blutenden Wunden und auswendig übergelegt heilet sie.“

Dass Frauenmantel gerade bei Frauenleiden eine so gute Heilwirkung erzielt, hat einen ganz besonderen Grund. Denn in dem Heilkraut sind pflanzliche Hormone (sogenannte Phytohormone) enthalten, die dem weiblichen Geschlechtshormon Progesteron ähneln. Und auch die übrigen Heilwirkungen von Alchemilla lassen sich anhand der pflanzeneigenen Inhaltsstoffe leicht erklären. Diese umfassen maßgeblich:

  • Bitterstoffe,
  • Gerbstoffe,
  • Glykoside,
  • Phytosterine,
  • Saponine.

Bitterstoffe

Bitterstoffe sind dafür bekannt, einen verdauungsfördernden Effekt zu haben. Die Heilwirkung von Frauenmantel bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Verstopfung ist somit rasch geklärt. Indem sie die Durchblutung des Magen-Darm-Traktes fördern und die Darmperistaltik durch Stimulation der Darmmuskulatur verbessern, können im Darm angesammelte Gase leichter abgehen und Verstopfungen werden gelöst. Darüber hinaus regen Bitterstoffe die Produktion von Verdauungssekreten (v.a. Magensaft) sowie den Appetit an. Die Pflanzenwirkstoffe sorgen für eine gesteigerte Sekretion von Speichel und Verdauungsenzymen, was der Zersetzung des Nahrungsbreis ebenfalls zu Gute kommt.

Übrigens: Ihre vielseitigen Talente im Bereich der Regulierung von Magen-Darm-Funktionen machen Bitterstoffe auch zu einer guten Präventivmaßnahme gegen eine gestörte Verdauung. Nicht umsonst basieren Verdauungshelfer wie Magenbitter auf stark bitterstoffhaltigen Pflanzen als Hauptzutat. Die Blätter des Frauenmantels sind hier im Übrigen eine Geheimzutat in alten Traditionsrezepten für Magenbitter. Eines davon stellen wir Ihnen im Abschnitt zur Anwendung und Dosierung von Alchemilla genauer vor.

Neben ihrem positiven Effekt auf die Verdauung besitzen Bitterstoffe noch eine Reihe weiterer Eigenschaften, die für das mannigfaltige Heilspektrum des Frauenmantels entscheidend sind. Beispielsweise sind die bitteren Pflanzenstoffe für ihre antibakterielle, antimykotische, entkrampfende, entzündungshemmende und immunstärkende Wirkung bekannt. Für den medizinischen Nutzen von Frauenmantel bei Entzündungskrankheiten, Unterleibs- und Magen-Darm-Krämpfen ist dies natürlich von Vorteil.

Gerbstoffe

Noch besser gegen Entzündungen wirken die pflanzlichen Gerbstoffe (Tannine) des Frauenmantels. Wie ihre Äquivalente aus dem chemischen Bereich, die in der Lederverarbeitung standardmäßig zur Desinfizierung von Tierhäuten eingesetzt werden, besitzen auch Tannine eine starke, keimabtötende Wirkung. Entzündungs- und Infektionskrankheiten haben deshalb kaum eine Chance gegen sie, was sich insbesondere Hersteller pflanzlicher Antibiotika zu Nutze machen. Privat kann man Gerbstoffe ebenfalls zur Behandlung besagter Krankheiten einsetzen. Gerade gerbstoffhaltige Tinkturen lassen sich diesbezüglich vielseitig anwenden. Ob zur Wunddesinfektion, zum Gurgeln bei Rachen- und Halsentzündungen oder als Mundspülung bei Zahnfleischentzündungen, eine Frauenmanteltinktur ist hier universell einsetzbar. Insgesamt besitzen die pflanzeneigenen Gerbstoffe eine antibiotische, antioxidative, entzündungshemmende, gefäßschützende, schmerzlindernde und wundstillende Wirkung.

Mit Blick auf die Funktion von Frauenmantel als Frauenheilkraut sind hier insbesondere die wundstillenden Eigenschaften bei starken Regelblutungen von Bedeutung. Zusätzlich tragen Gerbstoffe als Antioxidantien auch zur Herz- und Gefäßgesundheit bei. Indem sie freie Radikale abfangen, bewahren sie Herz und Gefäße vor oxidativem Stress, was Erkrankungen wie Arteriosklerose, Bluthochdruck und sogar der koronaren Herzkrankheit vorbeugt.

Glykoside

Geht es um Herzkrankheiten im Speziellen, so sind auch die im Frauenmantel enthaltenen Glykoside nennenswert. Einer Studie des Instituts für Botanik und Pharmazeutische Biologie Erlangen zufolge besitzt Alchemilla nämlich sogenannte Herzglykoside, die antioxidativ und cardioprotektiv wirken. Im Detail handelt es sich hierbei um die Glykoside Quercetin und Kaempferol. Insbesondere Kaempferol weist darüber hinaus auch eine östrogenähnliche Wirkung auf, die zur Behandlung von Fruchtbarkeitsproblemen, Menstruations- und Wechseljahrsbeschwerden von äußerster Wichtigkeit ist. Entsprechende Beschwerdebilder haben nämlich vielfach mit einem Ungleichgewicht im Östrogenhaushalt zu tun, wogegen die gezielte Gabe von Phytohormonen zuverlässige Hilfe bieten kann.

Durch eine weitere Studie gut belegt ist zum Beispiel auch ein positiver Effekt von Kaempferol bei postmenopausaler Osteoporose. Das Risiko dieser Knochenerkrankung nimmt im Zuge der Wechseljahre stark zu, weil die Knochendichte bei Frauen in entscheidendem Maße von der Östrogen-Ausschüttung im Körper mitbestimmt wird. Da der Östrogenspiegel im Laufe der Menopause aber stetig sinkt, hat dies natürlich negative Auswirkungen auf die weibliche Knochenstabilität. Pflanzliche Östrogenlieferanten wie Frauenmantel werden für ältere Frauen also zu einer wichtigen Bezugsquelle, wenn es um einen geregelten Hormonhaushalt geht. Und auch östrogenbasierte Fruchtbarkeitsprobleme und Störungen im Zyklusgeschehen sprechen gut auf eine natürliche Östrogenbehandlung an. Die Pflanzenhormone greifen zudem wesentlich sanfter in das Hormongeschehen ein als es bei künstlichen Hormonpräparaten der Fall ist, was unerwünschten Nebenwirkungen vorbeugt.

Weitere positive Auswirkungen der beiden genannten Glykoside auf das Körpergeschehen ergeben sich zudem durch deren antimikrobielle, beruhigende, entzündungshemmende, muskel- und nervenschützende sowie schmerzlindernde Wirkung, die sowohl bei Zyklusschmerzen und Krämpfen als auch bei Entzündugen und Muskelschmerzen wie dem Muskelkater helfen kann.

Phytosterine

Weitere wichtige Inhaltsstoffe gegen Herz- und Gefäßerkrankungen finden sich beim Frauenmantel in Form von Phytosterinen. Ihnen wird ein cholesterinsenkender Effekt nachgesagt, der für die Prävention von Arteriosklerose relevant ist. Aus diesem Grund wird Patienten mit entsprechendem Erkrankungsrisiko oft dazu geraten, vermehrt pflanzliche Lebensmittel mit reichem Phytosteringehalt zu sich zu nehmen. Alchemilla regelmäßig als Zutat für Salate oder Tees zu nutzen, kann sich hier also abermals positiv auf die Herz- und Gefäßgesundheit auswirken.

Saponine

Schon die östrogenähnliche Wirkung von Glykosiden des Frauenmantels zeigt, dass dessen heilsamer Effekt bei hormonbasierten Frauenleiden alles andere als aus der Luft gegriffen ist. Unterstützt werden die hormonregulierenden Eigenschaften der pflanzeneigenen Glykoside dabei durch Diosgenin. Anders als Kaempferol steht hier eine Wirkungsweise im Vordergrund, die dem Progesteron ähnelt. Das Hormon bildet gemeinsam mit Östrogen die beiden wichtigsten weiblichen Geschlechtshormone. Wobei das Wechselspiel zwischen beiden Hormonen die Grundlage für das Zyklus- und Schwangerschaftsgeschehen der Frau gestaltet.

Während Östrogen hierbei die „aktiven“ Prozesse im weiblichen Körper steuert, so zum Beispiel die Produktion von Eizellen und die Einleitung des Eisprungs, hat Progesteron einen eher „beruhigenden“ bzw. „stabilisierenden“ Effekt und ist unter anderem zuständig für

  • die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung einer Eizelle,
  • den Erhalt der Schwangerschaft nach Einnistung der Eizelle,
  • die Reifung der Milchdrüsen in der weiblichen Brust im Zuge der Schwangerschaft,
  • die Entspannung bzw. Anpassung der Gebärmuttermuskulatur an das Baby.

Sofern keine Befruchtung der Eizelle stattfindet, sinkt der Progesteronspiegel auf natürlichem Wege im Zuge der Regelblutung wieder ab und der Zyklus beginnt erneut. Ein Progesteronmangel kann nun aber schon im Vorfeld für verschiedene Komplikationen und Beschwerden sorgen. Neben Fruchtbarkeitsproblemen, wie sie entstehen, wenn eine geschwächte Gebärmutterschleimhaut die Einnistung der Eizelle erschwert, sorgen zu niedrige Progesteronwerte mitunter auch für

  • einen unregelmäßigen Zyklus,
  • zyklusbedingtes Ziehen und Spannen in den Brüsten,
  • heftige Regelschmerzen und starke Regelblutungen,
  • Schlafstörungen und Gemütsschwankungen,
  • Wassereinlagerungen und Gewichtszunahme,
  • erhöhtes Risiko an Früh- oder Fehlgeburten.

Diosgenin

Das in Alchemilla enthaltene Diosgenin wirkt diesen Mangelerscheinungen als pflanzlicher Progesteronersatz entgegen. Ferner kann das Saponin bei Schwangerschafts- und Dehnungsstreifen helfen, denn auch für derartige Bindegewebsschwächen ist bei Frauen ein gestörtes Wechselspiel zwischen Östrogen und Progesteron verantwortlich. Frauen, die nach der Stillzeit über Schwangerschaftsstreifen an den Brüsten klagen, dürften sich also ebenfalls für eine Behandlung mit Frauenmantel interessieren. Der Botaniker und Mediziner Otto von Brunfels kommentierte dies wie folgt: „Das Wasser von Frauenmantel ist gut zu Wunden, damit gewaschen und Tüchlin darin genetzt. Dann es löschet zugleich und heilet. Ein Tüchlein genetzt welche Frau weiche Brüst hat und in die Badstub gaht und im Ausgang das naß Tüchlin überleget, so werden ihre Brüst hart und straff.“

Übrigens: Mit Blick auf die weibliche Menopause machen viele den damit verbundenen sinkenden Östrogenspiegel alleinverantwortlich für entsprechende Wechseljahrsbeschwerden. Tatsächlich geht dem Östrogenmangel hier aber ein Progesteronmangel voraus. Er erfolgt bei Frauen mittleren Alters auf natürliche Weise und signalisiert auch den Östrogenrezeptoren, ihre Arbeit allmählich einzustellen. Frauenmanteltee kann hier wie ein wahrer Jungbrunnen wirken, und für einen verlangsamten Rückgang von Progesteron sorgen.

Interessant ist auch die Bedeutung von Frauenmantel im Aberglauben des Mittelalters. Hier galt die Pflanze als Schutzkraut der Frauen und somit als Zauberpflanze. Vor allem Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch vertrauten auf den „magischen“ Schutz des Frauenmantels. Dabei wurde die Heilwirkung der Pflanze, die speziell in der Frauenheilkunde von unschätzbarem Wert ist, früher symbolisch mit dem schützenden Mantel der Gottesmutter gleichgesetzt, welche ihren mütterlichen Segen in Form der Pflanze über die Frauenwelt legte. Der volkstümliche Name Muttergottesmantel erklärt sich somit von selbst.

Es wird ersichtlich, dass gerade die Wasseransammlungen auf den Blättern des Frauenmantels viele Kräuterkundige zum alchemistischen Experimentieren und Extrahieren animierte. Alchemisten versuchten seiner Zeit sogar, die Tautropfen aus den Blattkelchen zu Guttationstropfen zu verarbeiten. Dabei wird versucht, die Heilkräfte von Pflanzen oder Pilzen über deren „ausgeschwitztes“ Tauwasser zu extrahieren. Das alchemistische Verfahren gilt heute im Übrigen als Vorgänger der homöopathischen Globuli-Herstellung.

Da der Frauenmantel bei so zahlreichen Beschwerden hilft, wurde er im Christentum als Geschenk der Jungfrau Maria angesehen. In der nordischen Mythologie verlieh die Göttin Freya der Alchemilla durch ihre Tränen die Heilkraft.

Es gibt kaum ein Anwendungsgebiet in der Frauenheilkunde, das nicht von der Heilwirkung des Frauenmantels abgedeckt wird. Am besten umschrieb hier der Schweizer Naturarzt und Pfarrer, Johann Künzle, den hohen Stellenwert der Pflanze für die Frauengesundheit: „Zwei Drittel aller Frauenoperationen würden bei frühzeitiger und längerer Verwendung von Frauenmantel gänzlich überflüssig, denn Frauenmantel heilt alle Unterleibsentzündungen, Fieber, Brand, Eiterung, Geschwüre und selbst Brüche. Jede Kindbetterin sollte acht bis zehn Tage fleißig recht viel Frauenmanteltee trinken, manche Kinder hätten dann noch ihre Mutter und mancher geschlagene Witwer seine Frau, wenn sie diese Gottesgabe gekannt hätten.

Eine perfekte Küche muss die innere Kräfte und Phantasien des Gastes frei lassen wodurch der Gast ein unbeschreibliches Wohlbefinden spürt ohne für die Phantasien der Küche zahlen zu müssen.

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